Mein Weg zur christlichen Fotografie

Diese Seite erzählt, wie meine christliche Fotografie entstanden ist – geprägt von Glaube, Verlust, Natur und einem tiefen Vertrauen auf Gott. Sie ist kein Rückblick aus Distanz, sondern der Ursprung meiner heutigen Arbeit als Fotografin.

Eine Geschichte von Licht, Verlust, Hoffnung – und einem Ruf, der mich nie losließ.

Fotografie ist für mich ein Gespräch mit Gott.
Die Natur ist mein Gebetsraum – ein Raum der Stille, der Klarheit und des Getragen-Seins. Jedes Motiv entsteht aus Ruhe, aus Zeit und aus einem wachen Blick für das Wesentliche.

Doch dieser Weg begann lange, bevor ich gelernt habe, mit Licht zu arbeiten.

Kurz gesagt:

  • Christliche Fotografie bedeutet für mich, Gottes Nähe im Stillen sichtbar zu machen.
  • Die Natur ist mein Gebetsraum – dort entstehen Motive aus Ruhe, Licht und Vertrauen.
  • Aus diesen Momenten wachsen Bilder, die tragen und Räume prägen.
In der Hocke beim Fotografieren

Die ersten Funken – ein Kind vor alten Fotoalben

Ich erinnere mich noch genau an die schweren, dunkelgrünen Fotoalben meiner Großeltern. Sie hatten sie durch den Krieg getragen – buchstäblich unter ihrem Arm, als wäre darin ihr Leben eingeschlagen.

Als Kind blätterte ich immer wieder durch diese vergilbten Seiten. Schwarz-Weiß-Fotografien, die keine Inszenierung kannten, nur echte Momente aus einem harten Alltag.

Diese Bilder hatten eine Kraft, die ich nicht erklären konnte. Sie erzählten Geschichten ohne Worte. Sie hielten Augenblicke fest, die sonst verloren gegangen wären.

Damals wusste ich nicht, wie prägend genau diese Alben für meinen weiteren Weg sein würden. Ich wusste nur: Hier berührt etwas mein Herz.

Der Schmerz, der eine Suche auslöste

Kurz darauf veränderte ein einziger Morgen alles.
Noch bevor ich überhaupt wusste, was Verlust bedeutet, wurde mein Vater bei einem Autounfall aus unserem Leben gerissen.

Es war ein Einschnitt, tief und schmerzhaft.
Fragen kamen hoch, die viel zu groß waren für ein Kind:
Warum? Wohin? Was bleibt?

Und doch war da etwas, das mich trug:
ein kindlicher, aber tiefer Glaube an Jesus.
Ein Vertrauen, das sich nicht erklären, aber spüren ließ.

Die Natur wurde für mich zum Zufluchtsort.
Ein Ort, an dem ich Gottes Nähe nicht nur glaubte – sondern erlebte.

Die Natur als Gebetsraum

Zwischen Feldern, Licht, Vögeln und stillen Seen fand ich Sprache für das, was ich innerlich suchte.
Ich spürte Gott dort, wo kein Lärm war.
Wo Wind durch Gräser ging.
Wo Licht das Dickicht durchbrach.

Ich verstand intuitiv:
Wenn Gott spricht, dann oft leise.
Durch Natur.
Durch Atmosphäre.
Durch Stille.

Und genau dieses Erleben wollte ich festhalten.
Nicht, um „Fotos“ zu machen – sondern um Momente zu bewahren, die tragen.

Diese Erfahrung prägt bis heute meine christliche Naturfotografie – eine Fotografie, die nicht erklären will, sondern Raum lässt für Gottes Gegenwart.

Claudia findet ein Motiv
Ich am Fenster am Haus

Wie ein Schaufenster meinen Weg veränderte

Ein entscheidender Wendepunkt kam, als ich eines Tages an einem Fotostudio vorbeiging. Im Schaufenster hing eine Sonderausstellung. Die Bilder hatten dieselbe Anziehungskraft auf mich wie die alten Fotoalben meiner Großeltern – dieselbe Tiefe, dieselbe Authentizität, dieselbe Sprache des Lichts. Ich spürte sofort: Hier liegt mein Weg.

Ich trat ein und erfuhr, dass der Fotograf ein Meister war, der sich gerade zur Ruhe setzen wollte. Doch seine Art zu fotografieren – Seele in die Motive zu legen, statt nur Bilder zu machen – fesselte mich so sehr, dass ich ihn bat, mich als seine letzte Auszubildende anzunehmen.

Er willigte ein.

Die Ausbildung war intensiv. Er war exzentrisch, launisch, kompromisslos – und genau deshalb prägend. Ich lernte echtes, solides fotografisches Handwerk, aber auch viel über mich selbst und über die Menschen, denen ich mit meiner Arbeit begegne.

Aus all diesen Erfahrungen ist meine eigene Handschrift gewachsen: klare Motive, Tiefe, Ehrlichkeit und eine Bildsprache, die etwas trägt und weitergibt.

Dieser Weg ist nicht abgeschlossen.
Er setzt sich fort – mit jedem Motiv, jedem Lichtmoment, jeder stillen Begegnung in der Natur.

Meine Fotografie ist heute Ausdruck dieses Weges: eine Einladung zur Ruhe, zur Erinnerung und zum Vertrauen darauf, dass Gott trägt.